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Stachelbeeren vermehren: Bewährte Methoden, ideale Zeitpunkte und praxisnahe Tipps

Wenn Sie Ihre Stachelbeerernte erweitern möchten, stehen Ihnen drei bewährte Methoden zur Verfügung: Stecklinge, Absenker oder Steckholz. Als erfahrene Gärtner teilen wir hier den passenden Zeitpunkt für jede Variante sowie essenzielle Tipps für Erfolg.

Die süß-säuerlichen, saftigen Früchte des Stachelbeerstrauchs eignen sich hervorragend für vielfältige Stachelbeer-Rezepte. Um die Ernte zu steigern, vermehren Sie Ihre Pflanzen mit Stecklingen, Absenkern oder Steckholz. Stecklinge und Absenker sind ideal im Sommer, während Steckholz sich im Spätherbst empfiehlt.

Stachelbeeren vermehren: Mit Stecklingen

Der jährliche Rückschnitt gehört zur Routine bei Stachelbeeren schneiden. Nutzen Sie die entstehenden Triebe direkt zur Vermehrung über Stecklinge.

Ein Steckling ist ein einjähriger Trieb von 25 bis 30 cm Länge mit mehreren Knospen – erkennbar am hellen Holz im Vergleich zu älteren Trieben. So gehen Sie schrittweise vor:

  1. Schneiden Sie den Trieb direkt unter einer Knospe ab.
  2. Füllen Sie Anzuchttöpfe mit lockerem, durchlässigem Substrat.
  3. Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich des Stecklings.
  4. Setzen Sie den Steckling in die Erde, sodass oberhalb drei bis vier Knospen bleiben.
  5. Gießen Sie an und stellen Sie die Töpfe halbschattig ans Fenster.
  6. Halten Sie das Substrat konstant feucht, vermeiden Sie aber Staunässe.

Im Herbst des Folgejahres haben sich daraus robuste Jungpflanzen entwickelt, die Sie ins Freiland setzen können.

Stachelbeeren vermehren: Über Absenker

Im Sommer vermehren Sie mühelos ohne Schneiden – mit Absenkern. Diese Methode ist besonders schonend.

So funktioniert die Vermehrung über Absenker:

  1. Wählen Sie einen belaubten, einjährigen Trieb am äußeren Strauchrand (hellbraun).
  2. Testen Sie Flexibilität, indem Sie ihn zum Boden ziehen – er darf nicht brechen.
  3. Ziehen Sie eine Furche, wo der Trieb den Boden berührt.
  4. Entlauben Sie diese Stelle und ritzen Sie die Rinde ca. 5 cm lang mit einem scharfen Messer ein.
  5. Legen Sie den Trieb in die Furche, bedecken Sie ihn mit Erde – nur die Spitze ragt heraus.
  6. Gießen Sie gründlich an.
  7. Drücken Sie die Erde fest und fixieren Sie mit Zelthering oder Stein.
  8. An der Einschnittstelle bilden sich neue Wurzeln.

Bis zum nächsten Frühjahr entsteht ein eigenes Wurzelsystem – testen Sie mit leichtem Ziehen. Trennen Sie dann die Jungpflanze ab und pflanzen Sie sie um. Weitere Infos: Stachelbeeren pflanzen: Pflanzzeit, Standort und Pflege.

Vermehrung über Steckhölzer

Ab Blattaustrieb im Spätherbst ist Steckholz die Methode der Wahl für starke Jungpflanzen.

Verwenden Sie einjährige Triebe mit hellem Holz, nur 15 cm lang. Oben und unten je eine kräftige Knospe, Triebspitzen entfernen.

Vorgehen bei Steckhölzern:

  1. Stecken Sie sie schräg in unkrautfreies, halbschattiges Beet – Wuchsrichtung beachten (schräger Anschnitt markiert das untere Ende).
  2. Höchstens ein Viertel ragt heraus.
  3. Gießen Sie gut an und halten Sie die Erde im Winter feucht.
  4. Im Mai zurückschneiden für buschigen Wuchs.

Nach zwei Jahren sind die Pflanzen bereit für den endgültigen Standort.