Holunder zu vermehren gelingt auch Anfängern mühelos. Zwei bewährte Methoden eignen sich je nach Jahreszeit: Stecklinge im Sommer oder Steckhölzer im Herbst. Als erfahrene Gärtner teilen wir detaillierte Anleitungen für besten Erfolg.
Der Holunder (Sambucus) aus der Familie der Geißblattgewächse umfasst rund zehn Arten, die weltweit in vielfältigen Klimazonen gedeihen. In Deutschland sind der Schwarze Holunder, der Rote Holunder und der Zwergholunder heimisch.
Sogar als Hobbygärtner:in vermehren Sie Holunder unkompliziert – entweder per Stecklinge oder Steckhölzer. Wir erklären beide Varianten schrittweise.
Hinweis: Verwenden Sie torffreie Erde zum Moorschutz. Mehr dazu: Warum du besser torffreie Erde kaufen solltest – und wo es sie gibt.
Holunder mit Stecklingen vermehren
Stecklinge sind die ideale Methode im Juni. Tipp: Stecklinge ziehen: 5 Pflanzen, die du einfach züchten und vermehren kannst.
So gehen Sie vor:
- Schneiden Sie mit einer sauberen Schere 10–15 cm lange Stecklinge von jungen, verholzenden Trieben ab.
- Entfernen Sie Blütenansätze und Blattpaare bis auf das oberste.
- Füllen Sie Töpfe mit Anzuchterde und setzen Sie die Stecklinge 2–3 cm tief ein.
- Stellen Sie sie hell und feucht; ideal unter Glasglocke oder im Minigewächshaus – täglich lüften gegen Schimmel.
- Im Herbst umpflanzen in größere Töpfe oder Freiland.
Übrigens: Holunder eignet sich für Köstlichkeiten:
- Holunderblütentee: Wirkung und wie du ihn zubereitest
- Holundergelee: Rezept für den vitaminreichen Aufstrich
- Holunderbeerensirup selber machen: Einfaches Rezept mit 3 Zutaten
- Holunderblütengelee: Leckeres Rezept für den sommerlichen Aufstrich
- Holunderblütensirup selber machen: ein Schnell-Rezept
- Holunderblütensekt selber machen: Erfrischendes Rezept
Holunder mit Steckhölzern vermehren
Steckhölzer sind blattlose Triebstücke für späten Herbst oder Winter – junge, gerade Triebe bevorzugt.
- Wählen Sie geeignete Triebe aus.
- Schneiden Sie bleistiftstarke Stücke mit mindestens zwei Knospenpaaren (oben und unten).
- Markieren Sie das untere Ende (z. B. schräg anschneiden). Spitzen entsorgen.
- Schaben Sie Rinde am unteren Ende ab, um Wundgewebe (Wurzelanlage) zu fördern.
- Setzen Sie in Töpfe mit Anzuchterde-Sand-Mix, 2–3 cm freilassen. Kalt lagern, frostfrei.
- Alternativ: Direkt ins Beet (halbschattig, humos, durchlässig) – nur in milden Lagen.
- Feucht halten, Staunässe vermeiden.
- Über Winter wurzeln sie, im Frühling treiben sie aus.