- Viele Studien zur Wirksamkeit von WBVT wurden an Personen mit eingeschränktem Lebensstil durchgeführt, was die Übertragbarkeit auf die breite Bevölkerung einschränkt.
- Einige Untersuchungen zeigen vielversprechende Effekte auf Ausdauer, Kraft und Hormonhaushalt.
- Die wissenschaftlichen Belege reichen derzeit nicht aus, um die hohen Kosten der Geräte oder Kurse zu rechtfertigen.
Ganzkörper-Vibrationstraining (WBVT) ist in Fitnessstudios und Spas zwar erst kürzlich populär geworden, doch seine Wurzeln reichen weit zurück. Bereits die alten Griechen nutzten Vibrationen therapeutisch, wie das BioMedical Journal berichtet, um Heilungsprozesse zu beschleunigen.
Die Geschichte des Ganzkörper-Vibrationstrainings
Griechische Ärzte setzten bogenförmige Holzgeräte ein, um Vibrationen über Saiten auf Wunden zu übertragen. Dies förderte den Abfluss von Eiter und beschleunigte die Heilung.
In den 1860er Jahren erforschte der schwedische Medizinstudent Jonas Gustav Zander die mechanischen Effekte auf Muskelaufbau und gründete das Therapeutic Zander Institute in Stockholm, um Arbeitern bei der Korrektur körperlicher Beeinträchtigungen zu helfen.
Russische Athleten nutzten WBVT zur Beschleunigung der Regeneration nach Olympiabewerben.
In den 1960er Jahren entwickelten russische Wissenschaftler die "rhythmische neuromuskuläre Stimulation", die Muskelaufbau und Knochenregeneration unterstützen sollte. 1995 hielt Kosmonaut Valery Polyakov dank WBVT 438 Tage im Weltall, ohne signifikanten Knochendichteverlust, und kehrte eigenständig zurück.
Seitdem gibt es zahlreiche Studien, und Geräte sind erschwinglicher für Studios und Zuhause erhältlich. Doch hilft WBVT auch uns Erdenbewohnern? Lassen Sie uns die Studien betrachten.
So funktioniert WBVT
Auf der vibrierenden Plattform stehen, sitzen oder Übungen wie Kniebeugen ausführen. Die Vibrationen verursachen schnelle Muskelkontraktionen (bis zu mehrmals pro Sekunde), die mehr Energie verbrauchen als auf stabilem Boden. Halten Sie sich nicht fest, um den Effekt nicht zu mindern.
Die Vibration verbessert die Durchblutung in stabilisierenden Muskeln, was Sauerstoff- und Nährstoffaufnahme fördert und Flexibilität, Muskelregeneration, Durchblutung sowie Hormonfreisetzung unterstützen kann.
Frequenz ist entscheidend
WBVT-Plattformen vibrieren mit definierter Frequenz. Eine Studie im Journal of Sports and Medicine empfiehlt 60 Hz als effektivste Frequenz für die meisten Nutzer. Die myoelektrische Aktivität steigt mit Frequenz und Amplitude (optimal: 60 Hz, 4 mm), was Trainer und Therapeuten für Trainings- und Rehabilitationsprogramme nutzen können.
Stärkt WBVT die Durchblutung?
Studien an sturzgefährdeten Senioren zeigen Vorteile, doch bei gesunden Sportlern fehlen klare Belege. Vibrationen helfen sesshaften Älteren, aber für Athleten ist der Nutzen ungewiss.
Hilft WBVT bei Gleichgewicht und Propriozeption?
Analysen von Studien an MS-Patienten deuten auf Vorteile hin, doch die Übertragbarkeit auf Gesunde ist begrenzt.
Erhöht WBVT die Knochendichte?
Außer der Kosmonauten-Studie zeigen Ergebnisse gemischte Bilder: Positiv bei Kindern mit Thalassämie, neutral bei postmenopausalen Frauen, positiv bei Rennradfahrern. Eine Übersichtsarbeit 2018 schlussfolgert: Hilfreich bei Jugendlichen mit Beeinträchtigungen, begrenzt bei Erwachsenen. Weitere Forschung nötig.
Erhöht WBVT die Kraft?
Nach sechs Wochen vergleichbar mit konventionellem Training bei untrainierten Frauen. WBVT verstärkt Schwerkraft-Effekte durch zusätzliche Beschleunigung (G-Kräfte).
Verbessert WBVT neuronale Verbindungen?
Eine Studie mit Volleyballerinnen zeigte signifikante Zuwächse in Geschwindigkeit und Kraft durch neurale Anpassungen, unabhängig von Lern-Effekten.
Nutzt WBVT den Hormonhaushalt?
Studien zeigen +7% Testosteron, -27% Cortisol, +460% Wachstumshormon nach Sessions. Senkt vorübergehend Blutzucker, ersetzt aber kein echtes Training gegen Fett.
Verbessert WBVT die Ausdauer?
Bei Radfahrern: Erhalt aerober Leistung, +6% anaerobe Spitze. Bei Läufern: Bessere Ökonomie, isometrische Kräfte.
Fazit des Experten
WBVT eignet sich für Personen mit Einschränkungen (z.B. Senioren, MS). Für Gesunde sind Vorteile uneinheitlich. Bei Kosten ab 1.500 € lohnt es als Ergänzung (Aufwärmen/Abkühlen), nicht als Haupttraining.
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