Der Frühling naht, und bei steigenden Temperaturen begegnen Sie häufiger bestäubenden Insekten.
Bienen schwärmen aus, Wespen werden aktiver – ein summender Schwarm auf Ihrem Grundstück ist also kein Unfug.
Bei Allergien oder in belebten Bereichen fragen Sie sich: Ignorieren, umsiedeln oder Schädlingsbekämpfer? Wir haben Entomologin Dr. Tanya Latty von der University of Sydney und Imker sowie zertifizierten Schädlingsbekämpfer John Powell aus Melbourne befragt.
Wo möglich: In Ruhe lassen!
Bienen und Wespen haben einen schlechten Ruf, sind aber essenziell für unser Ökosystem, betont Dr. Latty. Bienen bestäuben Nutzpflanzen und Wildpflanzen, Wespen kontrollieren Schädlinge, indem sie Insekten fressen.
Dr. Latty rät dringend: Lassen Sie sie in Ruhe. „Ein brummender Schwarm in einem Baum verursacht selten Probleme“, sagt sie.

Bei großen Gruppen handelt es sich meist um europäische Honigbienen oder Wespen – einheimische australische Bienen leben solitär. Beide sticheln nur bei Bedrohung.
„Keine Hetzjagd auf Sie“, versichert Dr. Latty. Gewöhnen Sie sich ab, jedes Insekt zu töten.
Manche Bienen und Wespen stechen gar nicht, einheimische sind zu klein für schmerzhafte Stiche. Honigbienenschwärme – wie ein „Bienenball“ – ziehen meist von allein weiter.

„Schwärme sind der Umzug eines Volkes in neue Quartiere, wenn es überbevolkert ist“, erklärt Dr. Latty. „Sie suchen aktiv ein neues Heim.“
Wann und wie umsiedeln?
Bei unpassablen Plätzen wie vor der Haustür? Für Bienen: Lokale Imker oder Verbände kontaktieren, rät Dr. Latty – vor Schädlingsbekämpfern mit Tötungsmethoden warnen.
„Schwärme sind einfach zu entfernen“, sagt Powell. „Königin einfangen, in Kiste stecken.“ Bei etablierten Stöcken: Kamm vorsichtig ausbauen, in Kasten umsiedeln, vor Ort belassen, dann transportieren – aufwändig, aber bienenschonend.

Bei Wespen: Papierwespennester manchmal transportierbar. „Ich fange sie, setze sie im Freien aus“, beschreibt Powell. Aber: Kein Eigenversuch bei Nestern – Stichrisiko hoch!
Wann Bekämpfung unvermeidbar?
Bei invasiven europäischen Wespen in sensiblen Zonen oft nur Vernichtung, warnt Powell: „Nestentfernung kann lebensgefährlich sein.“ Bei Bienen in Schornsteinen oder Wänden: Live-Entfernung riskant, Demontage teuer.
Europäische Honigbienen sind nicht ideal zum Ausrotten, konkurrieren aber wenig mit Einheimischen. Powell priorisiert Humanität: „Keine langsamen Giftmethoden – Kolonie schnell und effizient beenden, auch wenn es schmerzt.“