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Rosenholz: Darum solltest du es nicht kaufen

Rosenholz ist als luxuriöser und dekorativer Rohstoff bekannt. Doch wie gut ist es wirklich? Wir zeigen, welche drastischen sozialen und ökologischen Probleme sich hinter dem Handel mit Rosenholz verbergen.

Das Holz des Rosenholzbaums ist ein tropisches Hartholz, das sich durch seine feine rot-weiße Maserung und seine glänzende Oberfläche auszeichnet. Es ist nicht nur sehr hart, sondern auch dicht und spröde und lässt sich daher nur schwer bearbeiten. Rosenholz ist besonders in China ein begehrter Rohstoff für Möbelstücke und gilt dort auch als Statussymbol der wachsenden chinesischen Mittelschicht. Das dekorative Tropenholz ist zudem ein beliebtes Material für teure Musikinstrumente.

Rosenholz: So wichtig sind die Bäume für die Natur

Rosenholzbäume wachsen vor allem in Latein- und Südamerika und westafrikanischen Staaten. Dort sind sie ein essentieller Teil des Ökosystems. So sorgen sie für fruchtbare Böden und stellen einen wichtigen Lebensraum für Tiere und andere Pflanzen dar. Dies ist besonders wichtig für Tierarten, die bereits vom Aussterben bedroht sind, wie zum Beispiel den Nigerianisch-Kamerunischen Schimpansen.

Außerdem sind Rosenholzwälder wichtig für die Landwirtschaft in den ländlichen Gebieten Westafrikas, da die Blätter in Dürrezeiten eine zuverlässige Futterquelle für Tiere bieten. Das rasante Verschwinden der besonderen Bäume hat drastische Folgen für Tiere, Menschen und das Gleichgewicht von Ökosystemen. Einmal entstandene Schäden sind dabei kaum rückgängig zu machen. Denn ein Rosenholzbaum benötigt laut Zeit-Online mindestens 40 Jahre, bis er vollständig ausgewachsen ist.

Rosenholz-Handel: Illegal und lukrativ

Der Handel mit Rosenholz ist wegen der stetig wachsenden Nachfrage in China ein äußerst lukratives Geschäft geworden. So ist der Preis für das begehrte Tropenholz laut Zeit-Online in den letzten zehn Jahren um über das Hundertfache gestiegen. Die Waldrodungen erfolgen dabei in der Regel illegal. Dabei beteiligen sich nicht nur ausländische Wilderer, sondern auch Einheimische an den Plünderungen. Für sie ist der geringe Lohn eine wichtige Lebensgrundlage. Händler*innen transportieren die geschlagenen Hölzer anschließend nach China. Dort werden sie zu Möbeln verarbeitet. Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) stehen alle Arten des Rosenholzbaums unter Naturschutz und dürfen nicht geschlagen oder verkauft werden.

Ausgenommen sind Hölzer, die nachweislich aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Händler*innen umgehen diese Regelung, indem sie oft gefälschte Zertifikate nutzen, erklärt Zeit-Online. Die Verarbeitung des Holzes in Westafrika und der anschließende Transport nach Asien seien durch ein komplexes Netzwerk aus Korruption und kriminellen Banden möglich.

Gegen die Plünderung: Kaum Besserung in Sicht

Die senegalesische Regierung versucht der Plünderung der Rosenholzbäume entgegenzuwirken. So ist das Tropenholz im Senegal laut Zeit-Online per Gesetz zusätzlich geschützt. Bislang zeigt das jedoch nicht die gewünschten Effekte: In ländlichen Gebieten wird die Einhaltung des Gesetzes kaum überprüft, sodass Wilderer leichtes Spiel haben.

Anschließend verarbeiten Händler*innen das Holz in Gambia weiter, von wo aus es die Reise nach Asien antritt. Auch andere westafrikanische Staaten sind von dem Problem betroffen. So berichtete die BBC vor einigen Jahren von illegalem Rosenholzhandel in Ghana, die Deutsche Welle von Fällen in Madagaskar und die EIA von Vorkommnissen in Nigeria.

Auf die Zertifikate bei Rosenholz kannst du oft nicht vertrauen. Versuche deshalb, das problematische Tropenholz zu vermeiden und greife auf heimische Holzarten zurück. Hartholzarten, die auch aus deutschem Anbau erhältlich sind, sind zum Beispiel Eichenholz, Ulmenholz oder das Holz der Esche. Wo du Möbel aus nachhaltigen Hölzern kaufen kannst, zeigen wir dir in unserer Bestenliste für Öko-Möbel.