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Alten Hund adoptieren: Diese 5 Dinge solltest du beachten

Bevor du einen alten Hund adoptierst, solltest du dir über ein paar Dinge klar sein – denn ältere Vierbeiner haben andere Bedürfnisse als junge. Hier liest du, worauf es ankommt.

Es gibt viele gute Gründe, die dafürsprechen, einen Hund zu adoptieren. Nimmst du einen älteren Hund bei dir auf, musst du dich in der Regel auf keine bösen Überraschungen einstellen. Du musst nicht wie bei einem Welpen erzieherische Arbeit leisten, sondern kannst davon ausgehen, dass sich der Charakter des Hundes bereits gefestigt hat und er die grundlegenden Kommandos beherrscht. Zudem besitzen ältere Hunde wahrscheinlich kein so hitziges Temperament mehr, sondern agieren gelassener in lauten und stressreichen Situationen. Gerade für Familien mit kleinen Kindern kann die Adoption eines älteren Hundes also interessant sein.

Möchtest du einen alten Hund adoptieren, dann solltest du auf die nachfolgenden Dinge achten.

Passt dein Lebensstil zu einem älteren Hund?

Bevor du einen alten Hund adoptierst, solltest du überprüfen, ob dein Alltag und deine Wünsche dazu passen:

  • Manche Menschen haben beruflich viel um die Ohren oder einen hektischen Familienalltag. Falls dein Lebensstil nicht viel Spielraum für Freizeit zulässt, solltest du dir vor der Adoption überlegen, ob ein älterer Hund bei dir ein gutes Zuhause findet. Denn schlussendlich kann der Pflegeaufwand für einen älteren Vierbeiner immens sein, falls er vorerkrankt ist oder plötzlich krank wird. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass sich der Zustand bei einem Seniorhund, ähnlich wie beim Menschen auch, jederzeit verschlechtern kann.
  • Dementsprechend solltest du auch ein finanzielles Polster anlegen und bereit sein, deinem Hund im Zweifelsfall die notwendige tierärztliche Hilfe zu ermöglichen. Eventuell benötigst du zusätzliche finanzielle Mittel, um darüber hinaus beispielsweise notwendige Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente für deinen Vierbeiner zu bezahlen.
  • Wenn du mit deinem Hund außerdem sportlich unterwegs sein möchtest oder du dich auf lange Spaziergänge freust, solltest du dir klar sein, dass ein alter Hund vielleicht beides nicht mehr leisten kann.

Wenn einer dieser Punkte für dich nicht in Frage kommt, solltest du lieber keinen alten Hund adoptieren.

Alten Hund adoptieren: Wie alt wird die jeweilige Rasse?

Hunde haben unterschiedliche Lebenserwartungen. Meistens werden größere Hunde nicht so alt wie kleinwüchsigere Rassen. Während ein Dackel schon einmal 15 bis 20 Jahre alt wird, erreichen Schäferhunde meist nur ein Lebensalter von zehn bis elf Jahren. Du solltest deshalb vor der Adoption abklären, wie alt der Hund ist und ob er eventuell an gesundheitlichen Problemen leidet. In jedem Fall solltest du dir darüber klar sein, ob du den Hund bis an sein Lebensende versorgen und pflegen möchtest.

Informiere dich über die Bedürfnisse älterer Hunde

Hundesenioren sind in einigen Dingen anders zu handhaben als Welpen oder junge Hunde:

  • Gemeinhin benötigen ältere Hunde, abhängig von ihrer körperlichen Verfassung, nicht mehr so viel Bewegung. Sie freuen sich über kleinere Gassi-Runden und gemächliche Spaziergänge. Generell schätzen ältere Hunde auch mal den Müßiggang. Du musst ihnen also nicht jeden Tag volles Programm bieten. Überlege dir also gut, ob es wirklich das Joggen mit Hund sein sollte, oder du auch mit kleineren Strecken zufrieden bist und damit leben kannst, wenn sich dein älterer Hundefreund lieber ausruhen möchte, anstatt herumzutoben. Je nach Verfassung des Hundes kann es sogar sein, dass ihr für eine Runde um das Haus bereits fünfzehn Minuten braucht.
  • Ältere Hunde benötigen ausgedehnte Ruhezeiten. Es gibt sogar Vierbeiner, die im hohen Alter nicht mehr ständig Besuch haben und eher wenig Zeit mit anderen Hunden oder anderen Menschen verbringen wollen. Auch darauf solltest du dich im Zweifelsfall einstellen.
  • Im Alter trinken Hunde ebenso wie wir Menschen manchmal zu wenig. Du solltest deshalb darauf achten, dass der Vierbeiner ausreichend Wasser zu sich nimmt. Bei Bedarf kannst du Nassfutter anbieten, durch das dein Hund zusätzlich mit Feuchtigkeit versorgt wird.
  • Achte bei der Ernährung auf bestimmte Aspekte. Ältere Hunde freuen sich über kleinere, über den Tag verteilte Portionen und benötigen nicht mehr so viele Kalorien wie Welpen oder junge Hunde. Wichtig ist außerdem ausgleichendes Futter, das Nieren und Leber entlastet und Verstopfung vorbeugt. Da ältere Vierbeiner zudem zu Zahnstein neigen, solltest du Kau-Snacks vermeiden und besser spezielles Trockenfutter für Hundesenioren anbieten, das den Speichelfluss anregt.

Längerer Adoptionsprozess bei alten Hunden

Wenn du dir trotz der oben genannten Punkte sicher bist, einen alten Hund zu adoptieren, dann kontaktiere das nächste Tierheim. Die meisten stellen zu adoptierende Tiere in einem kleinen Profil mit Bildern auf ihrer Webseite vor. So erhältst du bereits einen ersten Eindruck.

Abhängig vom jeweiligen Vermittlungspartner kann die Adoption eines alten Hundes sehr langwierig sein. Vereine wie etwa der „Streunerherzen e.V. Tierschutz mit Herz und Verstand“ bereiten den Adoptionsprozess mehrstufig vor. Anfangs solltest du dich auf ein längeres Telefonat einstellen, in dem du mehr über die Rasse des Hundes und dessen individuelle Bedürfnisse erfährst. Mitunter dauert der Adoptionsprozess so lange, da ältere Hunde oft gesundheitliche Einschränkungen haben oder aber eine negative Prägung, die auf schlechte Vorerfahrungen mit ehemaligen Halter:innen zurückzuführen ist. Deshalb wollen sich die Vermittlungsstellen in vielerlei Hinsicht absichern, dass der Vierbeiner in gute Hände kommt und zukünftige Halter:innen genau wissen, auf welche Aspekte sie bei dem alten Hund achten sollten.

Anschließend ist es üblich, dass du einen Fragebogen über deine Lebensumstände ausfüllen musst. Auch deine persönliche Motivation ist wichtig, da der Hund schließlich in liebevolle Hände gegeben werden soll.

Nach der Adoption: Lebe und lerne mit deinem alten Hund

Nur weil ein Hund älter ist und nicht mehr ganz so viel Bewegung benötigt, bedeutet das nicht, dass er nichts mehr unternehmen kann. Im Gegenteil: Auch erfahrene und betagte Fellnasen lieben es, neue Tricks und Dinge zu lernen. Dies solltest du deinem Vierbeiner also in jedem Fall ermöglichen und seinen Wissensdurst etwa mit Hundesport oder geistigen Tricks stillen. Sportarten, die sich für Seniorenhunde besonders gut eignen, sind beispielsweise Hoopers Agility oder Mobility.

Mit der Zeit wirst du merken, welche Tagesroutinen, wie viel Bewegung sowie Entspannung und Futter dein Hundesenior braucht.