Letzte Woche haben wir besprochen, ob Bewegung tatsächlich das Leben verlängert und wie viel Aktivität für optimale Langlebigkeit reicht.
In dieser Folge werfen wir einen genaueren Blick auf eine zentrale Komponente des Trainings: Ihr Herz. Müssen Sie sich Sorgen um Herzklopfen während des Sports machen?
Eine aktuelle Studie zeigt, dass viele Athleten elektrische Herzunregelmäßigkeiten aufweisen, die jedoch aus herzrisikobedingter Sicht oft unbedenklich sind. Die Untersuchung analysierte Kriterien zur Auswertung von Elektrokardiogrammen (EKGs) und fand heraus, dass Sportverbände zunehmend zu viele falsch-positive Ergebnisse bei Vorsorgeuntersuchungen melden. Das bedeutet: Sportler mit elektrischen Anomalien im Herzen erleben möglicherweise etwas völlig Normales, das keine ernsthafte Herzkrankheit wie eine PVC andeutet.
PVC steht für vorzeitige ventrikuläre Kontraktion – also vorzeitige Kontraktionen der Herzkammern. So funktioniert es:
Jedes Mal, wenn Ihr Herz Blut in den Körper pumpt, wird ein elektrischer Impuls benötigt. Normalerweise entsteht dieser im Sinusknoten in der oberen rechten Herzhälfte. Die Elektrizität breitet sich über die Vorhöfe aus und wird über den atrioventrikulären Knoten zu den Ventrikeln weitergeleitet.
Bei einem normalen Schlag füllen die Vorhöfe die Ventrikel mit Blut, bevor diese pumpen – für maximale Effizienz in Lunge und Körper.
Warum entstehen Fehlzündungen? Jedes Herzgewebe ist elektrisch aktiv und kann Impulse leiten oder erzeugen. Meist leitet es nur vom Sinusknoten kommende Signale weiter. Gelegentlich erzeugt es jedoch selbst Strom, was zu einer PVC führt.
Bei einer PVC kontrahieren die Ventrikel vorzeitig – ohne optimale Füllung durch die Vorhöfe. Das resultiert in weniger effizienter Durchblutung und Symptomen wie Herzklopfen, aussetzenden Schlägen, unregelmäßigem Rhythmus, leichten Brustschmerzen, Schwäche, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit.
Wichtig: Gelegentliche PVCs sind bei intensiv trainierenden Athleten üblich und signalisieren nicht zwangsläufig einen Herzinfarkt. Fast jeder hat mal übersprungene oder extra Schläge.
Siehe auch: 6 Herzinfarkt-Risikofaktoren
Herzelektrophysiologe und Radprofi Dr. John Mandrola betont in seinem Blog: PVCs sind das zweithäufigste Rhythmusproblem (nach Vorhofflimmern). Interessante Fakten:
- Bei den meisten Menschen mit gesunder Herzstruktur sind PVCs (oder VES) harmlos und deuten keine schwere Erkrankung an.
- Ein Normalmensch hat ca. 100.000 Herzschläge täglich (Leistungssportler weniger). Nur bei >20.000 PVCs pro Tag droht eine Kardiomyopathie. Das sind 20 % der Fälle mit Flattern.
- PVCs können Übertraining andeuten. Dr. Mandrola: „Sie treten bei großen Trainingsphasen auf, oft mit Entzündungen verbunden – körperlich, mental oder emotional.” Ein Radfreund berichtete, PVCs verschwanden nach Trainingsstopp.
- Ernährungsmängel wie Magnesiummangel können PVCs verschlimmern. Viele berichten Besserung durch Supplementierung.
Elektrolyte sind für Herzgesundheit essenziell, besonders bei intensivem Training. In Zeiten mineralarmer Ernährung, Stress und Überlastung spielen Defizite eine große Rolle. Ich ergänze daher nach harten Einheiten mit Magnesiumöl.
Sehen Sie PVCs als „Kanarienvogel in der Kohlenmine”: Sie warnen vor Überlastung. Foren wie MedHelp nennen koronare Herzkrankheit oder Myokarditis als Ursachen während des Trainings – oft durch schlechte Bedingungen oder Adrenalin verschlimmert. Ohne das: Harmlos.
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Hinweis: Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt.
Herz-Übungs-Cartoon mit freundlicher Genehmigung von Shutterstock.
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